Warum Standardbewerbungen nicht überzeugen
Chef, Chefin
Als der Umschlag aufgerissen wird, braucht es etwas Mühe die sperrige Bewerbungsmappe herauszunehmen. Das Telefon klingelt schon wieder und der nächste Termin klopft an die Tür. Keine 3 Minuten nimmt sich die für die Personalauswahl verantwortliche Person Zeit zum Studieren der Bewerbung. Was kann dabei herauskommen außer einem fixen Blick auf das Bild, die Noten und die Fehlzeiten? Ist der Lebenslauf schön formatiert, fliegen die Augen kurz über die Stationen. Und das Anschreiben? .. schon wieder klingelt das Telefon und einige Mails warten auf Antwort.
Ausbildungsbewerber
Ernüchterung, jetzt habe ich mich so bemüht, nachgedacht, formuliert, kopiert, frankiert, visioniert. Warum wollen die mich nicht? Ich bin doch gar nicht so schlecht.
Alles Spekulation
Wir wissen doch gar nicht, wie es tatsächlich läuft. Es bleiben Vermutungen. Aber Spekulieren ist beim Ziel, mit einer Bewerbung erfolgreich zu überzeugen und zu punkten, sehr ratsam. Und wenn man daneben liegt, dann sollte man es einfach woanders oder einmal anders probieren. Bevor es losgeht, sollte ich mich mit Fragen auseinander setzen, sagen wir, es sind diese fünf:
Was macht mich zu einem exklusiven und passenden Anwärter auf die Stelle?
Wie gelingt es mir, glaubwürdig meine Stärken zu zeigen?
Wie zeige ich mein Interesse an dem Unternehmen und dass ich informiert bin?
Wie erkennt der andere, dass trotz durchschnittlicher Noten eine Menge Entwicklungspotenzial in mir steckt?
Mit welcher persönlichen Note bleibe ich – und nicht die anderen 35 Bewerber - im Gedächtnis?
Der Fleiß des Scorer’s
Wenn ich gute Antworten auf diese Fragen finde, um zu scoren, dann arbeite ich mit dem ERIE (+P) Prinzip
- Exklusivität heißt, ich unterscheide mich positiv von anderen
- Referenz heißt, ich kann meine Fähigkeiten durch Aussagen anderer nachweisen
- Information heißt, ich kenne die Anforderungen und Erwartungen des Unternehmens
- Entwicklungsfähigkeit heißt, mit mir ist zu rechnen, weil ich noch viel Luft nach oben habe
- Personalität heißt, ich bin ein Mensch mit unverwechselbaren Merkmalen auch abseits von Arbeit und Beruf.
Mut zum Scheitern
Nun, wo ich diese Fragen aufgelöst habe, sollte ich überlegen, wie ich am besten Kontakt aufnehme. Warum nicht einfach mal vorbeifahren und mit dem richtigen Ansprechpartner kurz aber unaufdringlich ins Gespräch kommen? Fragen stellen und erste Eindrücke sammeln. Ich zeige Interesse und mach mich somit interessant. Hinter dem Bewerbungspapier gibt es plötzlich eine Stimme, vielleicht ein Gesicht oder eine Geschichte und damit eine erste persönliche Referenz und Kommunikation. Vertraue auf das Glück und den Zufall.
Mut zum Angebot
Die beste Vorlage, um Zweifel am Interesse zu zerstreuen, ist das Angebot. Wenn alles passt, kann ich ein Praktikum oder ein paar Probetage anbieten. Ich schaffe Gelegenheiten, den Arbeitgeber von mir zu überzeugen. Bis zur Unterschrift auf dem Ausbildungsvertrag ist es dann vielleicht nicht mehr so weit.
Tipps findet Ihr in der Rubrik "gut zu wissen".



